Zugübung des 2. Löschzuges in Lühnde – Realistisches Szenario mit vielen Verletzten

Zugübung des 2. Löschzuges in Lühnde – Realistisches Szenario mit vielen Verletzten

Am 12.03.2026 fand in Lühnde eine umfangreiche Zugübung des 2. Löschzuges der Gemeinde Algermissen statt.

Angenommen wurde ein anspruchsvolles Einsatzszenario mit dem Stichwort „B3 – Brand mit Menschenleben in Gefahr“ im Veranstaltungszentrum Lühnde (Hermann Busche Haus / Birke). Insgesamt galten bis zu 20 Personen als verletzt oder vermisst, sodass ein sogenannter MANV15 (Massenanfall an Verletzten, mindestens 15 Personen) ausgerufen wurde.

Großes Aufgebot an Einsatzkräften

Zur Übung wurden der 2. Löschzüge der Gemeinde Algermissen alarmiert. Zusätzlich unterstützten Kräfte aus der Region Hannover (Feuerwehren aus Bolzum und Wehmingen) sowie der Rettungsdienst aus Alfeld und Sarstedt das Szenario.

Im Einsatz waren unter anderem:

  • mehrere Feuerwehren aus der Gemeinde Algermissen
  • Feuerwehrkräfte aus der Region Hannover
  • Rettungsdienst Alfeld mit 2 RTW und 1 NEF
  • Rettungsdienst Sarstedt mit 2 RTW

Insgesamt standen damit zahlreiche Einsatzkräfte aus unterschiedlichen Bereichen bereit, um das komplexe Szenario übergreifend zu bewältigen.

Realistische Lage: Brand und viele vermisste Personen

Das Übungsszenario sah einen Brand im Veranstaltungszentrum vor, wobei es zu einer starken Verrauchung im gesamten Gebäude kam, in welchem sich noch zahlreiche Menschen befanden. Gleichzeitig wurde ein Massenanfall von Verletzten (MANV) angenommen.

Das Gebäude wurde in mehrere Einsatzabschnitte aufgeteilt:

  • Abschnitt Veranstaltungszentrum (Erd- und Obergeschoss)
  • Abschnitt Untergeschoss mit Schießbahn und Kegelbahn
  • Schwerpunkt in allen Abschnitten: Brandbekämpfung und Menschenrettung

Besonders herausfordernd war die Rettung von Personen über Hindernisse sowie die Versorgung von Patienten mit unterschiedlichen Verletzungsschweregraden durch unterschiedliche Eingänge.

Erste Rettungen bereits nach kurzer Zeit

Die Alarmierung erfolgte um 19:00 Uhr. Bereits um 19:15 Uhr konnte die erste Menschenrettung begonnen werden.

Im Einsatzabschnitt im Untergeschoss kam es aufgrund der schwierigen Lage zu einer Verzögerung von etwa sieben Minuten, bevor dort die Rettungsmaßnahmen beginnen konnten. Durch die eingesetzten Atemschutzgeräteträger (AGT) konnten alle 20 vermissten Personen (Darsteller/Übungspuppen) gerettet werden.

Koordination und Einsatzstruktur

Ein wichtiges Übungsziel war die Führungsstruktur und Ordnung im Einsatzraum. Durch die große Anzahl an Fahrzeugen kam es zunächst zu einer kurzen Chaosphase mit Rückstau, wobei gerade ein möglicher Einsatz einer Drehleiter oder Verletztensammelplätze (etc.) einen besonderen Platz im Einsatzbereich benötigen.

Der ursprünglich geplante Bereitstellungsraum im Bereich der Grundschule wurde kurzfristig auf den Vorplatz das Feuerwehrhauses verlegt. Anschließend konnten die Einsatzkräfte strukturiert in die verschiedenen Einsatzabschnitte eingeteilt werden.

Die Aufteilung in Abschnitte ermöglichte ein eigenständiges und strukturiertes Arbeiten.

Atemschutz und Menschenrettung

In den Innenangriffen lag der Fokus auf der Menschenrettung unter Atemschutz sowie dem Löschangriff. Besonders positiv hervorgehoben wurde durch die Übungsbeobachter die sehr gute Atemschutzüberwachung der eingesetzten Trupps.

Ein wichtiger Hinweis der Beobachter an alle Beteiligten lautete zudem:
Vollständige persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist im Einsatz für den Schutz unerlässlich.

Versorgung vieler Verletzter

Aufgrund der hohen Anzahl an Patienten war eine enge Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst erforderlich.

Zunächst wurde die Wasserversorgung aufgebaut, eine Patientenablage auf dem daneben befindlichen Schotterplatz eingerichtet und über diverse Eingänge im Gebäude vorgegangen. Die mehrteilige Steckleiter wurde als zusätzlicher Rettungs- und Angriffsweg am Balkon on Stellung gebracht.

Das eingesetzte Schnelleinsatzzelt unserer Feuerwehr sorgte unter anderem für ausreichend Wetterschutz, sodass die Patientenversorgung strukturiert durchgeführt werden konnte.

Wichtige Erkenntnisse aus der Übung

Die Übungsbeobachter gaben den Einsatzkräften direkt im Anschluss persönliche Rückmeldungen zu ihren Maßnahmen.

Besonders deutlich wurde:

  • Gute Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst
  • funktionierende Kommunikation zwischen den Organisationen
  • hohe Belastung durch viele Patienten gleichzeitig
  • Bedeutung einer klaren Raumordnung und Fahrzeugaufstellung

Dank an alle Beteiligten

Ein besonderer Dank gilt allen beteiligten Feuerwehren, dem Rettungsdienst sowie den Übungsbeobachtern und Darstellern für die Unterstützung dieser realitätsnahen Übung.

Die Einsatzplanung und Ausarbeitung der Übung erfolgte durch die Feuerwehr Lühnde, insbesondere durch C. Wächter.

Derartige Übungen sind ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung, um im Ernstfall schnell, sicher und koordiniert helfen zu können.  Die Freiwillige Feuerwehr Ummeln sagt Danke!

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